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Was ist Reflux? Sodbrennen, GERD und stiller Reflux verständlich erklärt

Reflux, Sodbrennen, GERD — die Unterschiede einfach erklärt. Wie der Schließmuskel arbeitet, wann aus Reflux eine Krankheit wird und welche Formen es gibt.

6 Min Lesezeit · Redaktion sodbrennen-reflux.com
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Sodbrennen kennt fast jeder. Dieses unangenehme Brennen hinter dem Brustbein, das nach einem fettigen Essen oder einem Glas Rotwein einfach hochkommt. Aber Reflux ist mehr als nur Sodbrennen — und wenn er chronisch wird, hat er sogar einen eigenen Namen: GERD.

Was passiert beim Reflux?

Stell dir deinen Magen wie einen Beutel vor. Oben hat er einen Eingang — die Stelle, wo die Speiseröhre in den Magen mündet. Dort sitzt ein Muskelring, der sogenannte untere Ösophagussphinkter. Sein Job: Er soll dafür sorgen, dass das, was unten ist, auch unten bleibt.

Wenn dieser Schließmuskel nicht richtig arbeitet — sei es weil er erschlafft, weil er strukturell geschwächt ist oder weil der Druck im Magen zu hoch wird —, dann fließt Mageninhalt zurück in die Speiseröhre. Das nennt man Reflux. Und weil im Magen aggressive Säure produziert wird, brennt dieser Rückfluss auf der empfindlichen Speiseröhrenschleimhaut. Dieses Brennen nennen wir Sodbrennen.

Reflux vs. Sodbrennen vs. GERD — die Unterschiede

Die drei Begriffe werden oft verwechselt. Dabei beschreiben sie unterschiedliche Dinge:

  • Reflux ist der reine Vorgang — Mageninhalt fließt zurück. Jeder Mensch hat gelegentlich Reflux, das ist normal.
  • Sodbrennen ist das Symptom — das brennende Gefühl, das durch Reflux entsteht.
  • GERD (Gastroesophageal Reflux Disease) ist die Krankheit — Reflux, der so häufig auftritt, dass er die Lebensqualität deutlich beeinträchtigt oder die Speiseröhre schädigt.
"Reflux ist normal. Erst wenn er regelmäßig auftritt und Beschwerden verursacht, wird er zur Erkrankung."

Wann wird aus Reflux GERD?

Die Faustregel: Wenn du mindestens zweimal pro Woche über einen längeren Zeitraum unter Sodbrennen leidest, sprechen Mediziner von einer Refluxkrankheit. Die Schwere wird in mehreren Stufen eingeteilt — von leichter Schleimhautreizung bis hin zu schweren Entzündungen und Komplikationen.

Die zwei Hauptformen

Es gibt zwei wichtige Unterscheidungen:

  • NERD (Non-Erosive Reflux Disease): Du hast Beschwerden, aber bei der Magenspiegelung ist die Speiseröhre noch in Ordnung.
  • ERD (Erosive Reflux Disease): Es haben sich bereits sichtbare Schäden an der Schleimhaut gebildet.

Stiller Reflux — wenn das Brennen fehlt

Eine besondere Form ist der stille Reflux (auch laryngopharyngealer Reflux, LPR). Hier fließt der Mageninhalt so weit hoch, dass er Rachen und Kehlkopf erreicht — aber das klassische Brennen fehlt oft. Stattdessen klagen Betroffene über Heiserkeit, ständigen Räusperzwang, Reizhusten oder das Gefühl, einen Kloß im Hals zu haben.

Stiller Reflux wird oft jahrelang nicht erkannt. Wer ständig Halsschmerzen ohne Erkältung hat, sollte hier hellhörig werden.

Wie häufig ist Reflux?

Reflux ist eine Volkskrankheit. Etwa 20 Prozent der Erwachsenen in Deutschland leiden regelmäßig an Sodbrennen. Bei Schwangeren steigt der Anteil sogar auf rund 60 Prozent. Auch Übergewichtige sind überproportional häufig betroffen — und Männer etwas öfter als Frauen.

Die Ursachen — kurz angerissen

Reflux hat selten nur eine Ursache. Meist kommt es zu einem Zusammenspiel mehrerer Faktoren:

  • Anatomische Schwäche des Schließmuskels
  • Zwerchfellbruch (Hiatushernie)
  • Übergewicht — der Bauchdruck steigt
  • Ernährung — fettig, üppig, scharf, sauer
  • Lifestyle — Rauchen, Alkohol, Stress
  • Medikamente — manche Wirkstoffe entspannen den Schließmuskel

Mehr dazu in unserem ausführlichen Artikel zu den Ursachen.

Was du jetzt tun kannst

Wenn du dich in den Beschreibungen wiedererkennst, ist der nächste Schritt einfach:

  1. Mache unseren Selbsttest, um eine erste Einschätzung zu bekommen.
  2. Schau dir den Lebensmittel-Check an — viele Beschwerden lassen sich durch Ernährung deutlich verbessern.
  3. Bei häufigen oder starken Beschwerden: ab zum Arzt. Reflux ist gut behandelbar — aber nur, wenn du ihn ernst nimmst.

Disclaimer

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden konsultiere bitte einen Arzt.

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