Grundlagen · 04

Reflux-Diagnose: Magenspiegelung, pH-Metrie & Manometrie erklärt

Wann zum Arzt? Welche Untersuchungen sind wirklich nötig? Magenspiegelung, 24-h-pH-Metrie, BRAVO-Kapsel und Manometrie verständlich erklärt.

5 Min Lesezeit · Redaktion sodbrennen-reflux.com
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"Brauche ich überhaupt eine Untersuchung?" Diese Frage stellen sich viele Reflux-Patienten. Die ehrliche Antwort: Bei leichten, gelegentlichen Beschwerden meist nicht. Aber wenn deine Symptome ausgeprägt oder chronisch sind, sind moderne Untersuchungen erstaunlich aufschlussreich — und meist weniger unangenehm, als die meisten denken.

Wann zum Arzt?

Du solltest dich von einem Arzt untersuchen lassen, wenn:

  • Deine Beschwerden länger als 4 Wochen anhalten
  • Du häufiger als 2x pro Woche Sodbrennen hast
  • Frei verkäufliche Mittel keine Wirkung zeigen
  • Du Schluckbeschwerden, Gewichtsverlust oder andere Warnsignale hast
  • Du älter als 50 bist und neu Beschwerden bekommst

Schritt 1: Das Anamnesegespräch

Der erste Termin ist meist ein ausführliches Gespräch beim Hausarzt oder Gastroenterologen. Bereite dich vor mit Antworten auf:

  • Seit wann hast du die Beschwerden?
  • Wie häufig treten sie auf?
  • In welchen Situationen?
  • Hilft Lagerung? Nahrung? Medikamente?
  • Welche Medikamente nimmst du?
  • Familienanamnese (Reflux, Magengeschwüre, Speiseröhrenkrebs)

Tipp: Führe ein paar Wochen ein Symptom-Tagebuch, bevor du zum Termin gehst. Notiere, was du wann gegessen hast und wann Beschwerden auftraten. Das hilft enorm.

Schritt 2: Der "Therapieversuch"

Bei typischen Symptomen ohne Warnsignale machen viele Ärzte zunächst einen Therapieversuch: Du bekommst für 2-4 Wochen einen Säurehemmer (z.B. Pantoprazol), und wenn die Beschwerden verschwinden, ist die Diagnose praktisch gesichert. Das spart oft eine aufwendige Untersuchung.

Schritt 3: Die Magenspiegelung (Gastroskopie)

Wenn der Therapieversuch nicht hilft oder wenn Warnsignale vorliegen, kommt die Gastroskopie ins Spiel. Hier wird ein dünner, flexibler Schlauch mit Kamera (Endoskop) durch den Mund in Speiseröhre, Magen und Zwölffingerdarm geschoben.

Was die Magenspiegelung zeigt:

  • Entzündungen der Speiseröhre (Refluxösophagitis) — und ihren Schweregrad
  • Hiatushernien (Zwerchfellbrüche)
  • Magengeschwüre
  • Veränderungen wie Barrett-Ösophagus
  • Tumorverdächtige Stellen

Wie unangenehm ist das?

Ehrlich: Es ist nicht angenehm. Aber es geht schnell — die eigentliche Untersuchung dauert nur 5-10 Minuten. Du bekommst auf Wunsch eine leichte Beruhigungsspritze (Sedierung), dann verschläfst du die Untersuchung. Wichtig: Mit Sedierung darfst du danach 24 Stunden nicht Auto fahren.

"Die meisten Patienten sind hinterher überrascht, wie schnell und unproblematisch die Untersuchung war."

Schritt 4: Die 24-Stunden-pH-Metrie

Bei dieser Untersuchung wird ein dünner Messschlauch durch die Nase in die Speiseröhre eingeführt und bleibt dort 24 Stunden. Er misst kontinuierlich den pH-Wert in der Speiseröhre — und damit, wie oft und wie lange Säure hochsteigt.

Du gehst während der Messung normal nach Hause, isst und schläfst wie immer. Nur Sport solltest du vermeiden. Am nächsten Tag wird der Schlauch wieder herausgezogen, die Daten ausgelesen.

Wann macht das Sinn?

  • Bei unklaren Symptomen, wo die Magenspiegelung unauffällig war (NERD)
  • Vor einer geplanten Operation
  • Wenn Medikamente nicht wirken
  • Bei Verdacht auf stillen Reflux (dann wird der Sensor weiter oben platziert)

Moderne Variante: BRAVO-Kapsel

Statt eines Schlauches kann auch eine kleine Kapsel an die Speiseröhrenwand geheftet werden. Sie sendet die Daten drahtlos und löst sich nach 48-96 Stunden von selbst. Komfortabler, aber teurer und nicht überall verfügbar.

Schritt 5: Die Manometrie

Die Speiseröhren-Manometrie misst den Druck und die Beweglichkeit der Speiseröhre. Auch hier wird ein Schlauch durch die Nase eingeführt — die Untersuchung dauert nur 15-20 Minuten.

Sinnvoll bei:

  • Verdacht auf Motilitätsstörungen der Speiseröhre
  • Vor einer geplanten Reflux-Operation
  • Bei Schluckstörungen

Welche Untersuchung brauche ich?

Die meisten Reflux-Patienten brauchen überhaupt keine apparative Untersuchung. Bei typischen Beschwerden ohne Warnsignale reicht meist der Therapieversuch.

Wenn untersucht wird, ist die Magenspiegelung die erste Wahl — sie zeigt Entzündungen, Hiatushernien und schließt schwerere Ursachen aus. Die pH-Metrie kommt erst, wenn Fragen offen bleiben.

Was kommt nach der Diagnose?

Je nach Ergebnis stehen verschiedene Behandlungsoptionen zur Verfügung — von Lifestyle-Änderungen über Säurehemmer bis hin zur Operation in schweren Fällen. Mehr dazu in unserem Artikel zu den Komplikationen und Therapieoptionen.

Disclaimer

Dieser Artikel ersetzt keine ärztliche Beratung. Bei Beschwerden konsultiere bitte einen Arzt.

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